Beitrag zum anthropogenen Klimawandel durch veränderte Landnutzung
Der durch die veränderte Landnutzung verursachte anthropogene Treibhauseffekt hat seine Ursachen einerseits in der Freisetzung von Methan (CH4) durch veränderte Nutzungsformen (z.B. beim Reisanbau) und bei der Großviehhaltung. Außerdem wird Kohlendioxid (CO2) durch die Verbrennung von Biomasse emittiert und Lachgas (N2O) durch verstärkten Düngereinsatz freigesetzt.
Großflächige Waldrodungen beispielsweise ziehen sowohl eine reduzierte CO2-Assimilation, als auch eine verstärkte Emission von Kohlenstoff- und Stickstoffverbindungen vom Boden in die Atmosphäre nach sich. Weitere Einflüsse auf das Klima durch großflächige Nutzungsänderungen (allerdings nur lokal bzw. regional) entstehen auch durch die Veränderungen der Albedo infolge der Nutzungsänderung und durch die Veränderung im Wasserhaushalt der Region.
Der Anteil der Sektoren Land- und Forstwirtschaft (inklusive Entwaldung) an den gesamten anthropogenen Treibhausgasemissionen betrug im Jahr 2004 fast 31% (siehe Abb. unten).

Abb. verändert nach IPCC-Synthesebericht "Klimaänderung 2007". Die Grafik zeigt die jeweiligen Anteile der unterschiedlichen Sektoren an den gesamten anthropogenen Treibhausgasemissionen im Jahr 2004 (als CO2-Äquivalent).
Landwirtschaftliche Aktivitäten haben nach neuesten Forschungsergebnissen schon lange vor der Industrialisierung durch Veränderungen der Vegetation – und damit der Energiebilanz – Klimaänderungen ausgelöst. Eine Studie des Max-Planck-Institut für Meteorologie zeigte: Bereits um 1850 war schon ein Drittel des bis heute durch Landnutzung freigesetzten Kohlenstoffs in der Luft – es gab damals also schon einen „kleinen anthropogenen Klimawandel“.
Veröffentlichung des Max-Planck-Institut für Meteorologie

© DKRZ/MPI-M - Schnappschuss vom Jahr 1740 (aus historischen Daten abgeleitet) aus einer Animation zur Ausdehnung von landwirtschaftlich genutzer Flächen vom Jahr 800 bis 2100.
Die Daten wurden am Max-Planck-Institut für Meteorologie rekonstruiert bzw. nach dem IPCC-A1B-Szenario berechnet und vom Deutschen Klimarechenzentrum visualisiert. Den kompletten Film finden Sie hier.
Link auf den kompletten Film des DKRZ

© DKRZ/MPI-M - Schnappschuss aus einer Animation zur Ausdehnung von Ackerland vom Jahr 2050 (entsprechend einer Zukunftsprojektion).
Dr. Irene Fischer-Bruns
Climate Service Center des Helmholtz-Zentrums Geesthacht
